- Marktübliche Kosten pro m² für Lagerhallen-Dachsanierung 2026 nach Material
- Vergleich Bitumen vs. Trapezblech vs. Sandwich-Paneele vs. Wellfaserzement
- Förderprogramme von BAFA, KfW und Bundesländern 2026
- Die Sanierung gegen Pachtanrechnung als kapitalfreie Alternative
- Modellrechnung: 3.000 m² Bestandsdach mit drei Finanzierungsoptionen
- Wann sich Sanierung lohnt — und wann Verkauf sinnvoller ist
Die Dachsanierung einer Lagerhalle gehört zu den teuersten Modernisierungsentscheidungen im gewerblichen Immobilienbestand. Während Investitionen in Produktionsanlagen oder Logistik-Software unmittelbar Erträge bringen, ist die Sanierung des Hallendachs zunächst eine reine Kostenposition — bis der Tag kommt, an dem Wasser eindringt, Statik-Gutachten Nachrüstpflichten dokumentieren oder die EPBD-Sanierungspflicht greift.
Dieser Ratgeber beantwortet die drei Fragen, die Eigentümer typischerweise im Vorfeld einer Sanierungsentscheidung stellen: Was kostet die Sanierung wirklich? Welche Förderprogramme greifen 2026? Und gibt es eine Möglichkeit, die Sanierung ohne Eigenkapital zu finanzieren? Die Antwort auf die dritte Frage führt zu einem Modell, das in den letzten drei Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat: der Sanierung gegen Pachtanrechnung im Rahmen einer Dachverpachtung an einen Photovoltaik-Investor.
Die Zahlen in diesem Ratgeber beruhen auf Marktdaten aus 2025/2026, den Konditionen mehrerer deutscher Dachverpachtungsanbieter sowie den aktuellen Förderprogrammen von BAFA, KfW und ausgewählten Bundesländern. Konkrete Preisangaben werden als realistische Bandbreite angegeben, da regionale Unterschiede, Hallengrößen und Sanierungstiefe die tatsächlichen Kosten erheblich beeinflussen.
1. Warum Lagerhallen-Dächer in den nächsten Jahren saniert werden müssen
Der deutsche Lagerhallen-Bestand stammt zu einem erheblichen Teil aus den Baujahren 1970 bis 1995 — eine Phase, in der vor allem zwei Dachsysteme dominierten: Bitumenbahnen auf Holz- oder Stahlbeton-Konstruktionen sowie Wellfaserzement-Platten auf Stahl-Pfetten. Beide Systeme erreichen heute das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer.
Hinzu kommen drei regulatorische Treiber, die in den nächsten vier Jahren wirken:
- EPBD-Sanierungspflicht ab 2030: Die 16 Prozent energetisch schlechtesten Nichtwohngebäude müssen bis 2030 saniert sein. Lagerhallen aus den Baujahren vor 1995 fallen mit hoher Wahrscheinlichkeit in diese Gruppe.
- Solarpflicht ab 2027/2028: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sieht eine Solarpflicht für Nichtwohngebäude bei Dachsanierung ab 500 m² ab 2028 vor. Wer das Dach saniert, muss eine PV-Anlage installieren oder die Nutzung Dritten überlassen.
- Asbest-Verkehrssicherungspflicht: Wellfaserzement-Dächer mit Asbest dürfen nach der Asbest-Richtlinie (TRGS 519) nicht repariert werden — nur entfernt. Wer ein solches Dach hat, kann nicht "flicken", sondern muss bei Schäden komplett sanieren.
Aus diesen drei Punkten ergibt sich ein klarer Handlungszeitraum: Eigentümer, die ihr Lagerhalle-Dach vor 2030 nicht saniert haben, riskieren parallel den Verlust der Nutzungsfähigkeit, Bußgelder nach GModG und Haftungsrisiken aus dem Asbestrecht.
2. Was kostet eine Lagerhallen-Dachsanierung 2026? Marktbandbreite nach Material
Die marktüblichen Sanierungskosten variieren erheblich je nach gewähltem Material, vorhandener Unterkonstruktion und Region. Die folgende Tabelle gibt die realistische Bandbreite für eine vollständige Neueindeckung wieder — inklusive Abriss, Entsorgung und neuer Eindeckung, ohne PV-Belegung.
Marktbandbreite Sanierungskosten 2026 (pro m² Dachfläche)
| Material / System | Kosten pro m² (€) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Bitumen-Schweißbahnen (klassisch) | 60–90 | Standardlösung, mittlere Lebensdauer 20–25 Jahre |
| Trapezblech (Stahl, beschichtet) | 50–80 | Lebensdauer 25–30 Jahre, gut für PV |
| Sandwich-Paneele (gedämmt) | 85–140 | Mit Dämmung integriert, ideal beheizt |
| EPDM-/FPO-Folie | 70–110 | Hochwertige Flachdach-Folie, 30+ Jahre |
| Asbest-Sanierung Zuschlag | +25–45 | Sachkunde nach TRGS 519, fachgerechte Entsorgung |
| Dämmung nachträglich (EPBD-konform) | +30–55 | Wenn nicht in Sandwich-Paneel enthalten |
Quelle: Eigene Markterhebung 2026 aus Angeboten mehrerer Dachdecker-Innungen und Industriedach-Spezialisten. Preise je nach Region (Ost/West, Stadt/Land), Hallengröße (Skaleneffekte ab 2.000 m²) und Sanierungstiefe.
Eine typische Lagerhalle aus den 1980er Jahren mit 3.000 m² Bitumendach kostet in der Sanierung mit Trapezblech-Neueindeckung etwa 180.000 bis 240.000 Euro — ohne PV-Belegung, ohne nachträgliche Dämmung. Bei Asbestdach (Wellfaserzement) liegen die Kosten häufig bei 250.000 bis 350.000 Euro wegen des Sanierungszuschlags und der TRGS-519-Anforderungen.
3. Materialvergleich: Welches Dach für welche Lagerhalle?
Die Materialwahl bei der Sanierung hängt von vier Faktoren ab: Statik der Bestandskonstruktion, beheizt oder unbeheizt, geplante PV-Belegung und Lebensdauer-Erwartung. Die folgende Übersicht hilft bei der Vorauswahl — die endgültige Empfehlung sollte immer durch einen Statiker und Dachdecker vor Ort getroffen werden.
Trapezblech — der Allrounder für Lager und Logistik
Trapezblech ist heute der häufigste Belag für Lager- und Logistikhallen. Vorteile: vergleichsweise günstig (50–80 €/m²), langlebig (25–30 Jahre), leicht (10–15 kg/m²), tragfähig für PV-Belegung über Aufständerungssysteme. Nachteil: ohne separate Dämmung kein EPBD-konformer Wärmeschutz, daher meist nur für unbeheizte Hallen.
Sandwich-Paneele — die Premium-Lösung für beheizte Hallen
Sandwich-Paneele kombinieren Trapezblech mit integrierter Wärmedämmung (PUR oder Mineralwolle). Vorteile: Ein-Schritt-Sanierung, EPBD-konform, gute Schalldämmung. Nachteil: Höhere Kosten (85–140 €/m²), höheres Eigengewicht (15–25 kg/m²), Statik muss geprüft werden.
Bitumen-Schweißbahnen — für Flachdächer und Bestandserneuerungen
Klassische Lösung für leichte Flachdachkonstruktionen, oft kombiniert mit nachträglicher PUR-Dämmung darunter. Vorteile: bewährte Technik, gut reparierbar. Nachteil: Mittlere Lebensdauer 20–25 Jahre, höherer Wartungsaufwand, eingeschränkt PV-tauglich.
EPDM-/FPO-Folie — die langlebige Premium-Variante für Flachdächer
Hochwertige Kunststoff-Folien mit Lebensdauer 30+ Jahre. Vorteile: extrem langlebig, gut PV-kompatibel, vergleichsweise leicht. Nachteil: Erfordert Fachverleger, Kosten 70–110 €/m².
Wellfaserzement (Eternit) — nur noch als zu entfernendes Altmaterial
Wellfaserzement wurde bis Anfang der 1990er Jahre in vielen Industriehallen verbaut, oft mit Asbest. Die Sanierung erfordert sachkundige Demontage (TRGS 519), separate Entsorgung in zertifizierten Deponien und vollständige Neueindeckung. Asbestdächer dürfen nicht repariert werden — nur entfernt. Hier ist das Sanierungs-gegen-Pacht-Modell besonders interessant, weil die Pflicht-Sanierung mit der ohnehin notwendigen Erneuerung in einem Schritt erfolgt.
4. Förderprogramme 2026: BAFA, KfW & Bundesländer
Die Förderlandschaft für gewerbliche Dachsanierung ist 2026 fragmentiert und hat sich in den letzten zwei Jahren mehrfach geändert. Drei Programmebenen sind relevant:
BAFA — Bundesförderung effiziente Gebäude Nichtwohngebäude (BEG NWG)
Die BAFA fördert die energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen über das BEG-NWG-Programm. Förderfähig sind unter anderem:
- Dachsanierung mit Dämmung (typische Förderquote: 15–25 Prozent)
- Komplettsanierung zum Effizienzgebäude (höhere Quoten möglich)
- Asbestsanierung als Sondertatbestand (mit Sachverständigen-Pflicht)
Wichtig: Die Antragstellung muss vor Beginn der Maßnahme erfolgen — nachträgliche Anträge werden in der Regel abgelehnt. Ein Energieeffizienz-Experte aus der dena-Liste ist verpflichtend einzubinden.
KfW — Kredite und Zuschüsse für Nichtwohngebäude
Die KfW bietet komplementär zur BAFA Kreditprogramme an, insbesondere:
- KfW 270 — Erneuerbare Energien Standard (für PV-Anlagen kombiniert mit Sanierung)
- KfW 295 — Klimafreundlicher Neubau Nichtwohngebäude (bei vollständigem Neubau)
- KfW 295/296 — Energieeffiziente Sanierung Nichtwohngebäude
Landesförderprogramme — Bundesländer-spezifisch
Zusätzlich zu den Bundesprogrammen bieten viele Bundesländer eigene Förderlinien. Beispiele:
- NRW: progres.nrw — Förderung für PV, Speicher und Dachsanierung in einem
- Bayern: 10.000-Häuser-Programm + Bayerische Energieagentur
- Baden-Württemberg: Klimaschutz-Plus-Förderung
- Niedersachsen: Richtlinie Energieeffizienz und erneuerbare Energien
Förderungen reduzieren die Kosten, ersetzen aber nicht das Eigenkapital für die Vorfinanzierung. Selbst bei 25 Prozent Förderquote bleiben für eine 3.000-m²-Lagerhalle 135.000 bis 180.000 Euro Eigenanteil. Das ist die finanzielle Hürde, die das Sanierungs-gegen-Pacht-Modell umgeht: null Eigenkapital, weil der PV-Investor die Sanierung als Gegenleistung für die Dachnutzung übernimmt.
5. Statik und Lastreserven: Was Lagerhallen-Eigentümer vorab prüfen müssen
Die statische Tragfähigkeit ist die zentrale Vorab-Frage bei jeder Lagerhalle-Dachsanierung — insbesondere wenn eine PV-Belegung mitgedacht wird. Die zusätzlichen Lasten setzen sich aus drei Komponenten zusammen:
| Lastkomponente | Größenordnung (kg/m²) |
|---|---|
| PV-Module (kristallin) inkl. Befestigung | 12–20 |
| Schneelast nach Schneelastzone (DIN 1055-5) | 25–200 |
| Windsog auf der Sogseite | ~50 |
| Sandwich-Paneel (gedämmt) als Eindeckung | 15–25 |
Hallen aus den 1960er und 1970er Jahren wurden häufig mit minimalen Reserven dimensioniert. Ohne Statik-Gutachten ist eine seriöse Sanierungs- oder PV-Planung nicht möglich. Die Kosten für ein Statik-Gutachten bewegen sich zwischen 1.500 und 4.000 Euro, abhängig von Hallengröße und Komplexität der Konstruktion.
Eine ausführliche Behandlung der Statik-Anforderungen finden Sie in unserem dedizierten Ratgeber zur Hallendach-Statik für Photovoltaik.
6. Sanierung gegen Pachtanrechnung: Die kapitalfreie Alternative
Das in den letzten drei Jahren am stärksten gewachsene Sanierungsmodell für Lagerhallen ist die Sanierung gegen Pachtanrechnung. Das Prinzip ist einfach: Ein Photovoltaik-Investor übernimmt die vollständigen Sanierungskosten des Daches im Gegenzug für das Recht, eine PV-Anlage über 25 Jahre auf dem Dach zu betreiben.
So funktioniert das Modell
- Eignungsprüfung der Lagerhalle: Statik, Dachzustand, Eigentumssituation, Netzanschluss
- Angebot des Investors: Sanierungspaket inkl. Material, Demontage, Entsorgung und Neueindeckung — plus eventuell verbleibende Restpacht
- Vertragsabschluss: 25-jähriger Pachtvertrag mit grundbuchlich gesicherter beschränkter persönlicher Dienstbarkeit
- Durchführung: Sanierung und PV-Installation in einem koordinierten Bauablauf
- Rückbau am Vertragsende: Investor entfernt PV-Anlage; Dach bleibt im Eigentum des Halleninhabers
Wann das Modell besonders attraktiv ist
- Bestandsdach > 1.500 m² mit Sanierungsbedarf in den nächsten 1–3 Jahren
- Asbest- oder Wellfaserzement-Dach, wo Sanierung sowieso unausweichlich ist
- Standort in einem Bundesland mit Solarpflicht-Anlasstatbestand bei Dachsanierung (z. B. NRW seit 1.1.2026)
- Eigentümer ohne Liquidität für 150.000–350.000 € Sanierungs-Eigenanteil
- Vermietete Halle mit Mieter-Vermieter-Dilemma (Investor löst es strukturell)
Wann das Modell nicht passt
- Dachfläche unter 500 m² — meist nicht wirtschaftlich für Investoren (dachverpachten.net beginnt bei 500 m²)
- Geplanter Verkauf der Halle in den nächsten 5 Jahren — die grundbuchliche Dienstbarkeit kann Kaufpreis beeinflussen
- Eigene Hochinvestment-Pläne in PV (z. B. großer Eigenstrombezug) — dann eher selbst investieren
- Statisch nicht ertüchtigbares Dach — auch der Investor lehnt dann ab
7. Modellrechnung: 3.000 m² Lagerhalle mit drei Finanzierungsoptionen
Die folgende Modellrechnung zeigt am Beispiel einer typischen Lagerhalle, wie sich die drei Finanzierungsoptionen wirtschaftlich auswirken. Annahmen: 3.000 m² Hallendach mit altem Bitumendach, Baujahr 1985, Standort NRW, statisch für PV-Belegung geeignet nach Statik-Nachweis.
Ausgangslage
- Dachfläche: 3.000 m²
- Bestandsdach: Bitumen-Schweißbahnen, sanierungsbedürftig
- Sanierungsbedarf: vollständige Neueindeckung Trapezblech (ca. 65 €/m²)
- PV-Potenzial: 600 kWp Anlagenleistung
- Solarpflicht NRW: greift bei vollständiger Dachsanierung ab 1.1.2026
Option A: Eigenfinanzierung Sanierung + PV-Selbstkauf
| Position | Betrag |
|---|---|
| Sanierung Trapezblech 3.000 m² | 195.000 € |
| Statik, Planung, Bauleitung | 18.000 € |
| PV-Anlage 600 kWp inkl. Wechselrichter, Montage | 480.000 € |
| Netzanschluss, Zähler, Wartungsvertrag (5 Jahre) | 35.000 € |
| Bruttoinvestition gesamt | 728.000 € |
| Förderung BAFA/KfW (geschätzt 15–20 %) | -110.000 € |
| Eigenkapital-Bedarf | ~618.000 € |
Vorteile: Volle Stromernte gehört dem Eigentümer, Amortisation typisch 10–14 Jahre, langfristig hohe Rendite.
Nachteile: Hohe Kapitalbindung, Wartungs- und Versicherungsaufwand, Betriebsverantwortung über 25+ Jahre.
Option B: Sanierung selbst, Dach an PV-Investor verpachten
| Position | Betrag |
|---|---|
| Sanierung Trapezblech 3.000 m² | 195.000 € |
| Statik, Planung, Bauleitung | 18.000 € |
| Eigenkapital-Bedarf | 213.000 € |
| Pacht über 25 Jahre (marktübliche Bandbreite) | 90.000–180.000 € |
Vorteile: Geringere Kapitalbindung, Dach sauber saniert, Pachterträge zusätzlich.
Nachteile: Eigenkapital für Sanierung weiterhin nötig, Sanierungspflicht durch Solarpflicht-Anlasstatbestand ausgelöst (zwei Maßnahmen gleichzeitig).
Option C: Sanierung gegen Pachtanrechnung (Komplettpaket vom Investor)
| Position | Betrag |
|---|---|
| Sanierung (vom Investor übernommen) | 0 € |
| Statik, Planung (vom Investor übernommen) | 0 € |
| Eigenkapital-Bedarf | 0 € |
| Eventuelle Restpacht (je nach Sanierungsumfang) | 0–60.000 € |
Vorteile: Kein Eigenkapital, kein Risiko, Sanierungspflicht und Solarpflicht in einem Zug erfüllt.
Nachteile: Keine Stromerträge, eingeschränkte Verfügungsgewalt über das Dach für 25 Jahre, Pachterträge ggf. niedriger als bei Option B (da Sanierungskosten verrechnet).
Welche Option passt zu Ihrer Lagerhalle?
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Jetzt Anfrage starten →8. Sonderfall: Asbest-Lagerhalle — Sanierungspflicht trifft Solarpflicht
Lagerhallen mit Asbest-Wellfaserzement-Dächern aus den Baujahren 1960 bis 1990 sind die wirtschaftlich interessanteste Konstellation für das Sanierung-gegen-Pacht-Modell. Drei Faktoren spielen hier zusammen:
- Asbestsanierung ist unausweichlich: Reparatur ist gesetzlich verboten (TRGS 519), nur vollständige Demontage und Neueindeckung sind möglich
- Sanierungskosten sind hoch: 80–130 €/m² inkl. Asbest-Zuschlag — für 2.000 m² also 160.000–260.000 €
- EPBD- und Solarpflicht greifen parallel: Wer das Asbest-Dach sanieren muss, löst dadurch in den meisten Bundesländern automatisch die Solarpflicht aus
Aus diesen drei Punkten entsteht eine fast ideale Konstellation für das Pachtmodell: Der Eigentümer muss sanieren, der Investor muss PV installieren — beides wird in einem Bauablauf kombiniert, der Eigentümer trägt null Eigenkapital, und beide Pflichten werden in einem Zug erfüllt. Mehr Details zur Asbestdach-Sanierung mit Photovoltaik.
9. Entscheidungshilfe: Welche Option passt zu Ihrer Situation?
| Ihre Situation | Empfohlene Option |
|---|---|
| Lagerhalle > 1.500 m², Asbest-Dach, kein Eigenkapital | Option C: Sanierung gegen Pachtanrechnung |
| Lagerhalle 500–1.500 m², Bitumendach, mittlere Liquidität | Option C (wenn Anbieter), sonst Option B |
| Lagerhalle < 500 m², Eigenkapital vorhanden | Option A: Selbst sanieren und betreiben |
| Hoher eigener Stromverbrauch (Logistikkühlung, Maschinen) | Option A mit Eigenverbrauchs-Optimierung |
| Geplanter Verkauf der Halle < 5 Jahre | Option A (klare Verfügungsgewalt) |
| Vermietete Logistikhalle, Mieter-Vermieter-Dilemma | Option C: Investor löst das Dilemma strukturell |
10. Fazit: Sanierung ist unausweichlich — die Frage ist nur das Wie
Die Dachsanierung der Lagerhalle ist keine Frage von "ob" mehr, sondern von "wann" und "wie". Mit der EPBD-Sanierungspflicht ab 2030, der GModG-Solarpflicht ab 2027/2028 und dem ohnehin auslaufenden Lebenszyklus der meisten Bestandsdächer schließt sich das Zeitfenster für planvolle Entscheidungen.
Wer die nächsten 12 Monate strategisch nutzt, kann zwischen drei Optionen wählen. Wer wartet, bis Wasser durchs Dach kommt, hat in der Regel nur noch die teuerste Variante — Notfallsanierung ohne Pachterlös, ohne Förderung, mit gleichzeitiger Solarpflicht-Auslösung.
Die Sanierung gegen Pachtanrechnung ist nicht für jede Lagerhalle die richtige Wahl — aber für die meisten älteren Bestandsobjekte mit über 1.500 m² Dachfläche ist sie wirtschaftlich überlegen. Eine kostenlose Eignungsprüfung gibt innerhalb weniger Tage Klarheit, welche der drei Optionen sich für die konkrete Halle rechnet.
Häufig gestellte Fragen zur Lagerhallen-Dachsanierung
Was kostet die Sanierung einer Lagerhalle mit 3.000 m² Dach?
Die marktübliche Bandbreite liegt 2026 bei 180.000 bis 240.000 Euro für eine vollständige Trapezblech-Neueindeckung ohne PV. Bei Asbestdächern erhöhen sich die Kosten auf 250.000 bis 350.000 Euro durch den Sanierungszuschlag und die TRGS-519-Anforderungen. Sandwich-Paneele mit integrierter Dämmung kosten ab 255.000 Euro aufwärts.
Wie hoch ist die Förderung für eine Lagerhallen-Dachsanierung 2026?
BAFA und KfW fördern energetische Sanierungen über das BEG-NWG-Programm mit typischen Förderquoten von 15 bis 25 Prozent. Voraussetzungen: Antragstellung vor Maßnahmenbeginn, Einbindung eines Energieeffizienz-Experten aus der dena-Liste, und energetische Mindestkennwerte des sanierten Dachs. Zusätzlich gibt es landesspezifische Programme (z.B. progres.nrw, 10.000-Häuser-Programm Bayern).
Was bedeutet "Sanierung gegen Pachtanrechnung" konkret?
Ein PV-Investor übernimmt die vollständigen Sanierungskosten des Daches im Gegenzug für das Recht, eine PV-Anlage über 25 Jahre auf dem Dach zu betreiben. Der Eigentümer trägt null Eigenkapital. Die Sanierungskosten werden gegen den Pachtwert verrechnet — bei besonders günstiger Konstellation verbleibt eine Rest-Auszahlung, bei sehr aufwendiger Sanierung kann auch ein neutraler Tausch entstehen (Sanierung als Sachleistung ohne Restpacht).
Welches Dachmaterial ist für Lagerhallen mit PV-Belegung am besten geeignet?
Trapezblech ist 2026 die häufigste Wahl für PV-belegte Lagerhallen: günstig (50–80 €/m²), langlebig (25–30 Jahre), leicht (10–15 kg/m²), gut für Aufständerungs-PV. Für beheizte Hallen sind Sandwich-Paneele mit integrierter Dämmung optimal (EPBD-konform), kosten aber 85–140 €/m². EPDM-Folie eignet sich für Flachdach-Konstruktionen mit Lebensdauer über 30 Jahre. Wellfaserzement scheidet aus — nur als zu entfernendes Altmaterial relevant.
Löst eine Dachsanierung automatisch die Solarpflicht aus?
Ja, in den meisten Bundesländern. Beispiele: NRW seit 1.1.2026 (alle Gebäude bei vollständiger Dachsanierung), Bayern seit 1.1.2025 (NWG-Sanierung), Baden-Württemberg seit 2023 (60 % der geeigneten Dachfläche). Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ab 2028 wird die Solarpflicht bundesweit bei größerer Renovierung von NWG > 500 m² greifen. Das macht das Modell "Sanierung gegen Pachtanrechnung" doppelt attraktiv: Sanierung und Solarpflicht werden in einem Zug erfüllt.
Wie lange dauert eine Lagerhallen-Dachsanierung?
Die reine Bauzeit für 3.000 m² beträgt typisch 4 bis 8 Wochen, abhängig von Wetter, Material und Zugänglichkeit. Bei Asbestdächern verlängert sich der Zeitraum um 1 bis 2 Wochen wegen der erforderlichen Schutzmaßnahmen. Wichtiger ist die Vorlaufzeit: Statik-Gutachten, Förderanträge, Materialbestellung und Genehmigungen brauchen meist 3 bis 6 Monate. Im Pachtmodell übernimmt der Investor die Koordination, was die Eigenarbeit für den Eigentümer minimiert.
Kann ich nach der Pachtzeit das Dach normal weiter nutzen?
Ja. Am Vertragsende baut der PV-Investor seine Anlage vollständig zurück. Das sanierte Dach bleibt im Eigentum des Hallenbesitzers. Da die Sanierung in vielen Fällen erst zu Beginn der Pachtzeit erfolgt, hat das Dach am Vertragsende noch eine erhebliche Restnutzungsdauer — bei Trapezblech typisch 5 bis 10 Jahre, bei Sandwich-Paneelen 10 bis 15 Jahre.