Steigende Industriestrompreise, der Auslauf der EEG-Förderung für viele Bestandsanlagen und ein wachsender Druck zur Dekarbonisierung von Unternehmen haben ein Modell in den Mittelpunkt gerückt, das lange ein Nischenthema war: das Power Purchase Agreement, kurz PPA. Für Eigentümer von Gewerbe- und Industriegebäuden sowie landwirtschaftlichen Betrieben ab 500 m² Dachfläche eröffnet sich damit eine Möglichkeit, die über die klassische Dachverpachtung hinausgeht – nämlich Pachteinnahmen und günstigen Solarstrom gleichzeitig zu erzielen, ohne einen einzigen Euro selbst zu investieren.
Dieser Ratgeber erklärt, was ein PPA ist, wie es funktioniert und warum das Modell aus Dachpacht und PPA-Stromliefervertrag – das bei uns immer als Kombinationspaket angeboten wird – besonders für Gewerbe und Landwirtschaft attraktiv ist.
Das Wichtigste in Kürze: Ein PPA (Power Purchase Agreement) ist ein langfristiger Stromabnahmevertrag, bei dem der auf Ihrem Dach erzeugte Solarstrom direkt an Sie geliefert wird – zu einem fixen Preis, der deutlich unter dem Netzbezug liegt. Das PPA-Modell wird bei uns immer in Kombination mit der Dachverpachtung angeboten – Sie erhalten beides aus einer Hand: die Pacht für Ihre Dachfläche und günstigen Solarstrom direkt vom eigenen Dach. Ohne jede Eigeninvestition.
Was ist ein Power Purchase Agreement? PPA einfach erklärt
Ein Power Purchase Agreement (PPA), auf Deutsch Stromabnahmevertrag oder Stromliefervertrag, ist ein langfristiger Vertrag zwischen dem Betreiber einer Stromerzeugungsanlage – in unserem Fall einer Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach – und einem Stromabnehmer. Der Abnehmer ist häufig ein Unternehmen, ein Gewerbebetrieb oder ein landwirtschaftlicher Betrieb, der Strom benötigt.
Das Kernmerkmal eines PPA ist die Preisfixierung über die Vertragslaufzeit. Während der Netzbezugspreis schwankt und in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen ist, zahlt der PPA-Abnehmer einen vereinbarten Festpreis pro Kilowattstunde – unabhängig von Marktentwicklungen. Das schafft Planungssicherheit für Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe, deren Energiekosten ein bedeutender Kostenfaktor sind.
In Deutschland hat das PPA-Modell durch zwei Entwicklungen stark an Bedeutung gewonnen. Erstens läuft für Tausende von Altanlagen die 20-jährige EEG-Förderung aus – sogenannte Ü20-Anlagen suchen neue Vermarktungsmodelle. Zweitens steigen die Anforderungen durch die EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) und das ESG-Reporting, bei denen der Bezug von erneuerbarem Strom nachweisbar sein muss. Ein PPA liefert diesen Nachweis über Herkunftsnachweise.
PPA-Arten im Überblick: Welches Modell passt zu wem?
Nicht alle PPAs sind gleich. Für Dacheigentümer, die ihre Fläche verpachten wollen, ist vor allem eine Variante relevant – das Onsite-PPA. Zum besseren Verständnis hier alle vier gängigen Typen:
| PPA-Typ | Wie funktioniert es? | Geeignet für |
|---|---|---|
| Onsite-PPA | Strom wird direkt vom Dach ins Gebäude geliefert, ohne Netzdurchleitung | Gewerbe, Landwirtschaft mit Eigenverbrauch |
| Offsite-PPA | Strom wird aus einer entfernten Anlage über das öffentliche Netz geliefert | Großunternehmen ohne eigene Dachfläche |
| Corporate PPA / Sleeved PPA | Strom wird über einen Bilanzkreis-Dienstleister abgewickelt | Konzerne, Filialisten, Multi-Site-Unternehmen |
| Virtual PPA / Financial PPA | Kein physischer Stromfluss, nur finanzieller Ausgleich und Herkunftsnachweise | Unternehmen mit reinen ESG-Zielen |
Für Dacheigentümer, die ihre Fläche verpachten und gleichzeitig von günstigem Strom profitieren wollen, ist das Onsite-PPA die relevante Variante. Der Strom wird direkt vom Dach in das Gebäude geleitet, ohne den Umweg über das öffentliche Netz – was Netzentgelte spart und den Preis weiter drückt.
Das Kombinationsmodell: Dachverpachtung plus PPA-Stromliefervertrag
Die spannendste Entwicklung für Eigentümer von Gewerbe- und Landwirtschaftsgebäuden ist die Kombination aus klassischer Dachverpachtung und PPA-Stromliefervertrag. Dieses Modell ist in Deutschland noch wenig verbreitet, bietet aber die höchste wirtschaftliche Gesamtrendite für Dacheigentümer.
So funktioniert es: Der Investor finanziert, installiert und betreibt die PV-Anlage vollständig auf eigene Kosten. Der Dacheigentümer stellt die Dachfläche zur Verfügung. Im Gegenzug erhält er zwei Leistungen gleichzeitig:
1. Pachteinnahmen
Eine jährliche Pachtzahlung oder Einmalzahlung für die Nutzung der Dachfläche – grundbuchlich gesichert über 25 Jahre mit Inflationsausgleich.
2. PPA-Stromlieferung
Der auf dem eigenen Dach erzeugte Solarstrom wird zu einem festen, günstigeren Preis direkt ins Gebäude geliefert – über die gesamte PPA-Laufzeit planbar.
Klassische Dachverpachtung
Nur Pacht, Strom wird vollständig ins Netz eingespeist. Keine Beteiligung am Strom.
Reine Eigeninvestition
Eigene PV-Anlage kaufen und betreiben. Hohe Anfangsinvestition, dafür volle Erträge.
Der entscheidende Unterschied zum reinen Dachverpachtungsmodell: Während bei der klassischen Verpachtung der erzeugte Strom vollständig ins öffentliche Netz eingespeist wird, erhält der Dacheigentümer beim Kombinationsmodell aktiv den Strom zu einem PPA-Preis, der deutlich unter dem üblichen Netzbezugspreis liegt. Je höher der eigene Stromverbrauch, desto größer die wirtschaftliche Gesamtwirkung.
PPA für Gewerbe und Industrie: Planungssicherheit und ESG-Compliance
Für Gewerbebetriebe, Industrieunternehmen und Logistiker mit Dachflächen ab 500 m² ist das PPA-Kombinationsmodell besonders attraktiv – aus mehreren Gründen, die über die reine Kostenersparnis hinausgehen.
Stromkostensenkung ohne Eigenkapital
Lagerhallen, Produktionshallen, Gewerbeparks und Logistikzentren haben oft erheblichen Grundlastbedarf: Beleuchtung, Klimaanlage, Kühlung, Fördertechnik, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. All diese Anwendungen lassen sich gut mit dem Profil einer PV-Anlage synchronisieren, die tagsüber Strom produziert, wenn Gewerbebetriebe typischerweise aktiv sind. Das Matching zwischen Erzeugungsprofil und Verbrauchsprofil ist bei Gewerbe deutlich besser als bei reinen Wohngebäuden.
Der wirtschaftliche Vorteil ergibt sich aus der Differenz zwischen dem PPA-Preis und dem aktuellen Netzbezugspreis. Für Gewerbe- und Industriekunden mit einem Jahresverbrauch von mehreren Hunderttausend Kilowattstunden summiert sich diese Differenz über eine 10- bis 20-jährige PPA-Laufzeit auf erhebliche Beträge – bei gleichzeitiger Pachteinnahme für die Dachfläche.
ESG-Reporting und Scope-2-Emissionen
Die EU-Nachhaltigkeitsberichterstattungspflicht (CSRD) erfasst seit 2024 schrittweise immer mehr Unternehmen. Ein zentraler Bestandteil ist die Reduktion von Scope-2-Emissionen – also der indirekten Treibhausgasemissionen aus dem Strombezug. Ein PPA-Vertrag mit einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach liefert physisch erneuerbaren Strom mit Herkunftsnachweis und senkt die Scope-2-Emissionen direkt und dokumentierbar.
Das ist nicht nur für Großunternehmen relevant. Mittelständische Zulieferer, die in globale Lieferketten eingebunden sind, bekommen zunehmend Nachhaltigkeitsanforderungen von ihren Kunden. Ein PPA auf dem Hallendach kann hier ein kostengünstiger und glaubwürdiger Lösungsbaustein sein.
Typische Anwendungsfälle im Gewerbe: Logistik- und Lagerhallen, Produktionshallen, Autohäuser und Kfz-Betriebe, Lebensmitteleinzelhandel mit Kühlung, Rechenzentren mit Grundlastbedarf, Gewerbeparks und Business-Center, Einkaufszentren.
PPA-Modell für die Landwirtschaft: Hofstrom vom eigenen Dach
Landwirtschaftliche Betriebe gehören zu den interessantesten Zielgruppen für das PPA-Kombinationsmodell. Der Grund liegt in der besonderen Struktur des landwirtschaftlichen Strombedarfs: Er ist oft hoch, ganzjährig konstant und gut planbar.
Welche Verbrauchsanwendungen profitieren besonders?
Milchviehbetriebe benötigen Strom für Melkroboter und Melkkarusselle, die rund um die Uhr laufen. Geflügel- und Schweinehaltung braucht kontinuierliche Belüftung und Heizung. Obst- und Gemüseanbau nutzt Kühllager mit hohem Grundlastbedarf. Getreidebetriebe betreiben Trocknung und Fördertechnik. Reitanlagen verbrauchen erhebliche Mengen für Beleuchtung und Stallklimatisierung.
All das sind Anwendungen, die gut mit dem Produktionsprofil einer Dach-PV-Anlage harmonieren. Der auf dem Stall-, Scheune- oder Maschinenhallendach erzeugte Strom kann einen erheblichen Teil des Hofstrombedarfs abdecken – zu einem PPA-Preis, der Planbarkeit und Budgetsicherheit bringt.
Asbestdächer als besondere Chance
Viele landwirtschaftliche Gebäude tragen noch Dachplatten aus Wellasbestzement (Eternit). Diese müssen früher oder später fachgerecht saniert werden – ein erheblicher Kostenblock. Das Kombinationsmodell aus Dachverpachtung und PPA kann die Sanierung vollständig als Gegenleistung einschließen: Das asbesthaltige Dach wird fachgerecht entsorgt, ein neues Dach eingebaut, die PV-Anlage installiert – und der Landwirt erhält Pacht plus PPA-Strom, ohne dafür zu zahlen.
Beispiel Milchviehbetrieb: Ein Betrieb mit 1.200 m² Stalldach und einem Jahresstrombedarf von rund 120.000 kWh für Melktechnik und Stallklimatisierung kann durch das Kombinationsmodell einen erheblichen Teil dieses Bedarfs aus der Dachanlage decken. Gleichzeitig fließt Pacht für die Dachfläche. Eine exakte Berechnung für Ihren Betrieb erhalten Sie über unsere kostenlose Dachprüfung.
PPA-Strompreis 2026: Was kostet Solarstrom per Direktliefervertrag?
Der PPA-Preis ist kein Festwert, sondern hängt von mehreren Faktoren ab. Im deutschen Markt liegen Onsite-PPA-Preise für Gewerbe und Landwirtschaft typischerweise im Bereich von 8 bis 14 Cent pro Kilowattstunde – ein erheblicher Unterschied zum üblichen Netzbezugspreis für Gewerbekunden, der je nach Tarif und Netzentgelten bei 25 bis 38 Cent pro Kilowattstunde liegt.
Einflussfaktoren auf den PPA-Preis
Die Laufzeit beeinflusst den Preis erheblich: Längere PPA-Laufzeiten (15 bis 20 Jahre) erlauben dem Betreiber mehr Planungssicherheit und führen meist zu günstigeren Preisen. Kürzere Laufzeiten bedeuten höhere Flexibilität für den Abnehmer, aber einen höheren Preis. Das Abrechnungsmodell unterscheidet zwischen Pay-as-produced (Strom wird nur für tatsächlich erzeugte Mengen abgerechnet) und Pay-as-consumed (feste Monatsmenge unabhängig vom Wetter) – beide Varianten haben unterschiedliche Risikoverteilungen. Anlagenstandort und Einstrahlungswerte bestimmen den zu erwartenden Jahresertrag und damit die wirtschaftliche Basis des PPA. Und der Eigenverbrauchsanteil: Je mehr des erzeugten Stroms direkt im Gebäude genutzt wird, desto höher der Netzentgelt-Einspareffekt.
Fixpreis vs. indexierter PPA
Bei einem Fixpreis-PPA bleibt der Preis über die gesamte Laufzeit konstant. Das bietet maximale Planungssicherheit, schließt aber eine Teilhabe an sinkenden Marktpreisen aus. Bei einem indexierten PPA koppelt sich der Preis an einen Referenzindex – etwa den Börsenstrompreis oder den Verbraucherpreisindex. Das ermöglicht Anpassungen, birgt aber auch ein gewisses Preisrisiko. Für die meisten mittelständischen Unternehmen und Landwirte ist der Fixpreis-PPA die bevorzugte Variante, weil er die Planungssicherheit der EEG-Vergütung imitiert – nur ohne staatliche Förderung.
PPA vs. EEG-Einspeisevergütung vs. klassische Dachverpachtung
Drei Modelle stehen für Dacheigentümer mit PV-Potenzial zur Auswahl. Ein direkter Vergleich zeigt, wo das Kombinationsmodell seine Stärken ausspielt:
| Kriterium | EEG-Einspeisung | Dachpacht (Standard) | Dachpacht + PPA |
|---|---|---|---|
| Eigeninvestition | Hoch (eigene Anlage) | Keine | Keine |
| Pachteinnahmen | Keine (Eigenanlage) | Ja | Ja |
| Günstigerer Strom | Teilweise (Eigenverbrauch) | Nein | Ja |
| Planungssicherheit Strom | Begrenzt | Nicht relevant | Hoch (Fixpreis) |
| ESG-Nachweis möglich | Ja | Nein | Ja (Herkunftsnachweis) |
| Mindestgröße | Keine | Ab 500 m² | Ab 500 m² |
| Aufwand für Eigentümer | Hoch (Betrieb, Wartung) | Null | Null |
Das Kombinationsmodell aus Dachpacht und PPA schlägt beide Alternativen bei den entscheidenden Kriterien: keine Eigeninvestition, Pachteinnahmen, günstigerer Strom, ESG-Nachweis und keinerlei Betriebsaufwand für den Dacheigentümer.
Vor- und Nachteile des PPA-Modells
✓ Vorteile
✗ Nachteile / Risiken
Häufige Fragen zum PPA-Modell bei der Dachverpachtung
Was ist ein PPA bei der Dachverpachtung?
Kann ich Dachverpachtung und PPA gleichzeitig nutzen?
Ab welcher Dachgröße lohnt sich das PPA-Modell?
Wie lange läuft ein PPA-Vertrag?
Was ist der Unterschied zwischen PPA und EEG-Einspeisevergütung?
Eignet sich das PPA-Modell auch für Landwirte mit Asbestdach?
Muss ich als Dacheigentümer beim PPA-Modell etwas investieren?
Was passiert mit der PPA-Lieferung bei wenig Sonne?
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